Denta Beauté - alle Kassen | 1190 Wien, Billrothstraße 29 | +43 1 369 66 25

Karies (Zahnfäule)

Die konservative Zahnmedizin beschäftigt sich vor allem mit der Karieslehre, also wie Karies entsteht, wie man sie vermeidet und wie man sie behandelt. Die meisten Menschen glauben sie hätten schlechte Zähne. Interessant ist, dass alle Menschen die sogenannten schlechten Zähne vorwiegend im Seitzahnbereich haben. Wenn es schlechte Zähne geben würde, dann wären doch alle schlecht, auch die Unterkieferfrontzähne! Die Ursache für Karies ist Zahnbelag (Plaque). Der Zahnbelag bildet sich nach ca. 24h aus Speise-, Speichelbestandteilen und Mundbakterien und löst so Karies und/oder Parodontitis aus. In der Plaque führen bakterielle Produkte (Säuren) zur Entkalkung des Zahnschmelzes.

Zu Beginn der Karies haben Sie keine Schmerzen, da der Zahnschmelz ja keine Nerven besitz, erst wenn die Karies das Zahnbein (Dentin), empfinden einige Menschen hin und wieder ein ziehen. Sobald sich die Karies bis zum Zahnnerv vorgearbeitet hat, dann empfinden die Meisten einen stechenden

  • Zahnschmerz
  • oder einen Druckschmerz

Zu Beginn einer Karies zeigen sich kleine weiße Flecken, sogenannte White Spots. In diesem Stadium muss noch nicht gebohrt werden, der entmineralisierte Zahnschmelz kann wieder remineralisieren, wenn der Zahnbelag fortan gut von der Zahnoberfläche entfernt wird. Manchmal ist die Karies schon ein wenig in das Dentin vorgedrungen, aufgrund vom verändertem Putzverhalten dann doch abgestorben – man erkennt im Zahnschmelz einen schwarzen Fleck. Das ist eine abgestorbene Plaque, sobald nämlich die Bakterien von außen keine Nährstoffe bekommen und das Dentin noch nicht zu sehr befallen ist, sterben die Bakterien in der Karies Läsion einfach ab. Damit Karies entstehen kann braucht es also

  • Zahnbelag
  • Bakterien
  • und Zeit

Karies, welche noch nicht im Dentin ist, auch Initialkaries genannt, kann durch eine Kariesversiegelung, behandelt werden. Die Behandlung der klassischen Karies Läsion ist eine Zahnfüllung (Füllung).

Welche Zahnfüllung ist nun die Beste für Sie?

Viele der heutigen Zahnfüllungen können mehrere Jahrzehnte dicht halten. Wieso werden Zahnfüllungen bei guter Pflege überhaupt wieder undicht? So wie alles unterliegen auch diese Materialien dem „Zahn der Zeit“ und so kommt es nach Jahren, oder Jahrzehnten, zu Undichtheiten an den Füllungsgrenzen, neue Karies ist dann die Folge, außer Sie tauschen die Füllungen rechtzeitig! Leider kommt der Patient nicht wenn die Zahnfüllung undicht ist, denn das tut in der Regel nicht weh, sondern erst, wenn Zahnschmerzen vorhanden sind, oder ein Teil des Zahnes / der Füllung weggebrochen ist. Häufig ist dann eine Wurzelbehandlung notwendig und das Gebiss verfallt so zusehends. Damit es nicht so weit kommt sind regelmäßige Zahnarztbesuche sinnvoll. Was also ist nun die beste Zahnfüllung? Das hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, aber beginnen wir einmal mit einer Einteilung der unterschiedlichen Materialien. Diese Unterteilung dient der besseren Erklärung und ist von mir frei gewählt. Wir unterteilen die Zahn Füllungen in zwei große Gruppen, die plastischen und die nicht plastischen Materialien.
Unter plastische Materialien verstehen wir alle Füllungen, die der Zahnarzt direkt am Zahnarztstuhl macht. Dazu gehören Amalgame, Komposite, Kompomere, Zemente, Glasionomerzemente und diverse provisorische Füllungsmaterialien. Bei den nicht plastischen Materialien muss ein Zahnabdruck genommen werden und der Zahntechniker fertigt anhand dieses Abdruckes die Zahnfüllung aus einem entsprechenden Materialien (wie zum Beispiel Keramik, Gold, oder Titan) an. Was sind nun die Vor- und Nachteile der jeweiligen Materialien.

plastische Materialien

Beginnen wir mit den plastischen Materialien, der erste Vorteil aller plastischen Materialien gegenüber den nicht plastischen Materialien ist der günstige Preis. Hat man also kein Geld zur Verfügung, dann kann eine gut gelegte Amalgamfüllung viele Jahre gute Dienste leisten. Auch wird man als achtzigjähriger eher zu Amalgamfüllungen tendieren, vorausgesetzt es ist noch genügend Zahnsubstanz vorhanden und das ersparte besser in Form von Urlaub mit den Enkeln ausgeben. Ist nur noch wenig Zahnsubstanz vorhanden und/oder sind die Zahnflächen schon sehr dünn, sodass die Gefahr einer Zahnfraktur besteht, dann kann auch trotz hohem Alter, zum Beispiel ein Keramikinlay sinnvoll sein. Ein weiterer Vorteil von plastischen Materialien ist die sofortige Versorgung des Zahnes. Zwar sollten Amalgamfüllungen am nächsten Tag poliert werden, der Zahndefekt wird aber am gleichen Tag versorgt. Zu den plastischen Materialien im Detail.

Amalgam
Kein anderer Werkstoff wird so kontrovers diskutiert wie Amalgam. Fakt ist, dass die Quecksilberbelastung der Menschen, z.B. durch die Verschmutzung der Weltmeere, kontinuierlich steigt, dies wirkt sich aber nicht auf die Lebenserwartung der Menschen aus, denn diese steigt ebenfalls kontinuierlich. Fakt ist weiters, dass die größte Quecksilberbelastung beim setzen und ausbohren der Füllung gegeben ist, dennoch leiden heutige Zahnärzte und deren Angestellte nicht unter Quecksilbervergiftungen. Fakt ist weiters, dass auch in groß angelegten Studien nicht bewiesen werden konnte, dass Amalgam gefährlich ist. Fakt ist auch, dass Amalgam unter den plastischen Materialien am längsten hält.
Fakt ist aber auch, dass eine geringe Menge an Quecksilber freigesetzt wird und zudem sind diese Füllungen ästhetisch nicht sehr ansprechend. Das sind alles Fakten, die sowohl Gegner, als auch Befürworter nicht wiederlegen können.
Bevor wir der objektiven Frage nachgehen, wann eine Amalgamfüllung also sinnvoll ist, gehen wir vielleicht noch ein wenig in die Tiefe und machen uns kurz Gedanken, wieso es so zwei extreme Standpunkte zu diesem Thema gibt. Viele Menschen fühlen sich in der heutigen Zeit unwohl, Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Reizdarmsyndrom, Schwindel, Mattigkeit und chronische Schmerzen sind häufig anzutreffen. Diese Symptome sind charakteristisch für unsere Zeit und ein Ausdruck des Verlustes von gesellschaftlicher Wärme und Empathie, haben aber meistens keine organische Ursache. Organisch im Sinne einer medizinischen Diagnose und daraus sich ergebenden Therapie. Leider sind solche Menschen ein gefundenes “Fressen” für die heute stattfindende Medikalisierung.
Manchmal kommt es alleine aufgrund der Zuwendung des Therapeuten zu einer Besserung der oben erwähnten Symptome – Schlagwort Placeboeffekt und das führt dazu, dass der Patient an die Effektivität der Therapie glaubt. Und so entstehen dann eben Meinungen die einmal mehr, einmal weniger hartnäckig vertreten werden. Zu alldem kommt noch die Unwissenheit der Bevölkerung hinzu, so vergessen die Meisten beim Lesen im Internet, dass das Gelesene ja eine völlig verzerrte Negativauswahl darstellt, denn eine Grundregel kann man im Web beobachten: die Zufriedenen posten nicht! Von all den Milliarden Menschen, die Amalgamfüllungen haben ließt man nichts, nur von jenen, die eben Probleme – wieso auch immer – haben.
Wenn Sie jung sind und das Geld für nicht plastische Materialien haben, dann empfehlen wir ein nicht plastisches Material wie zum Beispiel ein Keramikinlay. Wenn Sie Ihre Putztechnik ändern und der Zahnarzt gut arbeitet, dann wird solch ein Inlay Jahrzehnte gute Dienste leisten. Ziel ist es so selten wie nur möglich am Zahn herum zu bohren – wieso? Bei jedem bohren steigt die Gefahr eines Zahnnervschadens und somit einer Wurzelbehandlung. Wenn Sie aber z.B. Student sind und kein Geld haben, die Füllungen noch nicht allzu groß sind und zudem im Zeitzahnbereich liegen, dann ist eine Amalgamfüllung sicherlich die beste Wahl. Bei der Amalgamfüllung wird der Zahn mit einer Metallmatrize umfaßt und zwischen die Zähne werden Holzkeilchen gesteckt. Die Holzkeilchen bewirken, dass die Matrize zwischen den Zähnen dicht mit dem Zahn abschließt und später zudem ein Kontaktpunkt der Füllung zu den Nachbarzähnen vorhanden ist. Die weiche Amalgamlegierung wird mit speziellen Instrumenten in den Zahndefekt gestopft und sobald die Füllung zu härten beginnt, beginnt der Zahnarzt die Füllung zu schnitzen. Jede Amalgamfüllung gehört am nächsten Tag poliert, dadurch wird die Zahnfüllung glatt und die Plaque Bildung wird gehemmt.

Komposite
Komposite werden vielfach als Alternative zu Amalgamfüllungen angeboten, das sind sie aber nicht wirklich. Bis heute ist keine Kompositfüllung für den kaubelasteten Seitzahnbereich vom Hersteller freigegeben. Die Betonung hierbei liegt auf “kau” belastet. Sobald die Kompositfüllung zu hohen Kaudrücken ausgesetzt ist, gibt sie Stoffe frei, die den Zahnnerv schädigen – eine Wurzelbehandlung ist meist die Folge. Sie merken von alldem wenig, manche Patienten klagen Tage/Wochen/Monate nach der Kompositfüllung über einen Kalt-/ Warm- oder Druckschmerz. Das ist meist ein Zeichen, dass der Zahnnerv im absterben ist, oder sogar schon abgestorben ist. Viele Patienten lassen sich durch die weiße Farbe täuschen – Schlagwort Bio und zahlen sogar noch etwas drauf um eben eine weiße Füllung zu bekommen. Komposite sind im nicht Kau belasteten Bereichen und wenn die Füllung nicht allzu tief ist ein gutes Fühlematerial. Der Nachteil von Kompositen gegenüber Amalgam ist, dass sie viel anfälliger für Fehler bei der Verarbeitung sind. Komposite sollten immer unter Kofferdam gelegt werden, denn nur so ist absolute Trockenheit gewährleistet. Ein weiteres wichtiges Kriterium beim legen von Kompositfüllungen ist die Verklebung mit dem Zahn – man spricht von Bonding.

Zahn Zemente
Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Zementen, die für Zahnfüllungen verwendet werden. Da sich Zementfüllungen sehr schnell auswaschen, werden diese meist nur für provisorischen Verschluss verwendet. Je nach Zementart liegt die Haltbarkeit zwischen ein paar Tage in und ein paar Monaten. Die meisten Zementfüllungen sind weiß bzw. grau und in der Regel recht gut zahnverträglich.

Kompomere
Kompomere sind eine Mischung aus Kompositen und Glasionomerzementen. Sie vereinen die Vorteile beider, nämlich die gute Zahnverträglichkeit und Haftung der Zemente und die längere Haltbarkeit der Komposite. Glasionomerzemente können bis zu 5 Jahre dicht halten, zudem geben sie ebenfalls wie Glasionomerzemnte Fluoride ab, was die Kariesentstehung hemmt. Die Materialeigenschaften der Kompomere sind denen der Glasionomer-Zemente überlegen, sie erreichen aber nicht die Materialeigenschaften der Kompositmaterialien. Da Kompomere weiß sind, sind sie leicht mit Komposition zu verwechseln, der Fachmann erkennt diese Füllungen an der größeren Rauigkeit. Kompomere eignen sich, sowie Glasionomerzemente, aufgrund ihrer Eigenschaften als Füllungsmaterialien bei Milchzähnen. Die Zahnoberfläche muss sowie bei den Kompositen speziell vorbehandelt werden.

Glasionomerzemente
Glasionomerzemente zeichnen sich durch ihre gute Haftung an der Zahnoberfläche aus. Ein weiterer Vorteil von Glasionomerzemente ist, sie können im feuchten Milieu verarbeitet werden, denn dafür wurden sie ursprünglich entwickelt, nämlich für Zahnsanierungen in der Dritten Welt. Am Markt existieren auch Kunststoff modifizierte Glasionomerzemente, diese werden meistens mit Halogenlicht aktiviert. Glasionomerzemente werden häufig zum zementieren von Kronen oder als Füllungsmaterial bei Kindern verwendet, da die Flouridabgabe höher als bei den Kompomeren ist. Diese Zahnfüllung kann bis zu 5 Jahren dicht halten, je nach Größe der Füllung, der Kaubelastung und der Ausführung. Die beiden letztgenannten Zahnfüllungen, Glasionomerzemente und Kompomere, können beim Erwachsenen als Übergangslösung, bis der Wechsel auf nicht plastische Materialien möglich/sinnvoll ist, angesehen werden – als “Dauerlösung” sind sie aber nicht geeignet.

nicht plastische Materialien

Je nach Material unterteilt man diese Füllungen in Goldinlay, Keramikinlay, oder Titaninlay. Je nach Größe spricht man von Inlays, Onlays oder Overlays. Manche Zahnärzte verlangen einen Preis – Größen unabhängig; andere wiederum verrechnen je nach Größe und/oder Material der Füllung. All diese Füllungen können bei guter Durchführung und guter Pflege, mehrere Jahrzehnte dicht halten.
Wichtig ist zu fragen, womit der Zahnarzt viel arbeitet und dementsprechende Erfahrungen hat. Bei Goldinlays kommt es besonders auf die Präparationsform an, bei Keramikinlays wiederum auf die Klebetechnik. Wenn ein Zahnarzt sein Lebenlang Goldinlays macht und Sie diese Wünschen, dann sind Sie da sicher in guten Händen, am einfachsten ist es also darüber mit dem Behandler offen zu plaudern, denn so kommen Sie zu Ihrer “Idealfüllung”.
Immer wieder liest man im Internet bezüglich Allergien bei Zahnmaterialien. Meistens jedoch handelt es sich nicht um Allergien, sondern um normale Reaktionen des Zahnfleisches, zum Beispiel aufgrund von undichten und/oder überstehenden Füllungen. Bei undichten oder überstehenden Füllungen kommt es zur Einlagerung von Speiseresten, die sie nicht entfernen können. Dadurch kommt es zu einer bakteriellen Besiedelung mit nachfolgender Zahnfleischblutungen und Schwellung.
Wenn ein Zahnnervschaden auftritt, dann hat das auch nicht mit einer Allergie zu tun, sondern mit anderen Ursachen, die da wären: große Dentinwunde bei großen Füllungen; zu häufiges bohren; zu wenig Kühlung; Eröffnung des Zahnnervs bei Füllungslegung; Kombinationen. Wird die Wurzelbehandlung nicht adäquat durchgeführt dann kann es nach Wochen/Monaten/Jahren zu Entzündungen an der Wurzelspitze kommen.
Für allergische Reaktionen benötigt man das Immunsystem, Zahnfüllungen aber kommen in der Regel nicht mit dem Immunsystem im Kontakt. Klassische Allergien sind gekennzeichnet durch systemische Reaktionen, so wird der Bienengift Allergiker an der großen Zehen von einer Biene gestochen und bekommt ganz körperliche Beschwerden, wie Kreislaufprobleme, Atemstörungen usw.. Viel seltener sind Kontaktallergien, die sich hauptsächlich auf das umliegende Gebiet beschränken, wie zum Beispiel der Hautausschlag verursacht durch Nickelschmuck bei einer Nickelallergie. Kontaktallergien im Mund sind gekennzeichnet durch Mundbrennen und diffus geschwollenes Zahnfleisch. Leider können Kunststofffüllungen ähnliche Symptome verursachen, die aber nicht auf eine allergische, sondern auf eine toxische Reaktion zurückzuführen sind.

Die beste Zahnfüllung ist keine Zahnfüllung
Alle 24h muss der Zahnbelag zu 100% entfernt werden, dass erreicht man in der Regel mit 2x täglichem Zähneputzen, Zahnseide, und/oder der Munddusche.