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Hilft ein Allergietest bei Zungen- und Mundbrennen?

Vorweg – nein!

Unten finden Sie aktuelle Literatur zu diesem Thema!

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Kunststoff Füllungen prüfen

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Stressoren identifizieren

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abnehmbare Prothesen über Nacht aus dem Mund

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Zungenbrennen und Mundbrennen: Die wahren Ursachen, wenn “nichts zu sehen” ist

Es ist ein quälender Dauerzustand: Die Zunge brennt wie Feuer, der Gaumen schmerzt, die Mundschleimhaut fühlt sich an, als hätten Sie zu heißen Kaffee getrunken – doch wenn der Arzt in Ihren Mund schaut, sagt er: “Da ist nichts. Alles sieht normal aus.” Wenn Sie unter Zungenbrennen oder Mundbrennen (medizinisch: Burning Mouth Syndrome, kurz BMS) leiden, haben Sie wahrscheinlich schon eine frustrierende Ärzte-Odyssee hinter sich. Hausarzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Allergiezentrum. Die Tests sind negativ. Oft lautet das niederschmetternde Fazit am Ende: “Das ist psychosomatisch.”

Als erfahrener Zahnarzt möchte ich Ihnen heute sagen: Ihr Schmerz ist real. Er ist nicht eingebildet. Wir suchen in der klassischen Medizin oft nur an der falschen Stelle. Zungenbrennen ist keine klassische Entzündung, die rot und geschwollen ist. Es ist ein Alarmsignal eines überreizten Nervensystems.
Lassen Sie uns einen Blick auf drei häufige, aber oft ignorierte Ursachen werfen.

1. Das unsichtbare Trauma: Zähneknirschen und Zungenpressen

Viele Menschen verarbeiten ihren Alltagsstress nachts. Sie knirschen nicht nur mit den Zähnen (Bruxismus), sondern bauen einen enormen Druck im Mundraum auf. Dabei wird die Zunge unbewusst stundenlang gegen den Gaumen oder die Zahnreihen gepresst.
Der Selbsttest: Schauen Sie morgens im Spiegel auf Ihre Zunge. Hat sie an den Rändern kleine Wellen oder Abdrücke, die aussehen wie der Abdruck Ihrer Zähne?
Was passiert im Körper? Dieses ständige mechanische Mikrotrauma reizt die feinen Nervenenden der Zunge. Irgendwann feuern diese Schmerzrezeptoren im Dauertakt. Ihr Gehirn interpretiert diese Dauerbelastung schließlich als “Brennen”.
Eine einfache Aufbissschiene schützt zwar die Zähne, verhindert aber oft nicht das Zungenpressen. Hier müssen wir das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur neuromuskulär entspannen.

2. “Stille Entzündungen” durch Kunststofffüllungen (Composites)

Es ist ein offenes Geheimnis in der dentalen Wissenschaft: Die modernen, weißen Kunststofffüllungen (Composites) sind nicht völlig inert. Sie härten im Mund nie zu 100 Prozent aus. Über Jahre hinweg können sich mikroskopisch kleine Bestandteile (sogenannte Monomere wie TEGDMA oder HEMA) durch den Speichel aus der Füllung lösen.
Warum der Allergietest lügt: Wenn Sie mit Zungenbrennen zum Hautarzt gehen, wird meist auf eine Kontaktallergie getestet. Dieser Test ist fast immer negativ. Warum? Weil diese Monomere keine klassische Allergie auslösen, sondern eine Zytotoxizität.
Die Folge: Diese Stoffe dringen in die Schleimhaut ein, erzeugen dort oxidativen Stress und reizen die ungeschützten Nervenenden direkt. Es entsteht eine “stille Entzündung” (Silent Inflammation), die man mit bloßem Auge nicht sieht, die aber massiv brennt.

3. Zentrale Sensibilisierung: Wenn der Stress das Nervensystem umbaut

Unser Körper ist ein faszinierendes Netzwerk (Psychoneuroimmunologie). Wenn Sie lange Zeit unter Schmerzen, hormonellen Umstellungen (wie den Wechseljahren) oder chronischem mentalen Stress stehen, befindet sich Ihr Nervensystem im dauerhaften “Kampf-oder-Flucht-Modus” (Sympathikus-Aktivierung).
In diesem Zustand sinkt Ihre Schmerzschwelle drastisch. Normale Reize in der Mundhöhle – wie eine leichte Berührung der Zähne, etwas Säure im Essen oder minimale Irritationen – werden vom Gehirn plötzlich als starker brennender Schmerz fehlinterpretiert. Wir nennen das “Zentrale Sensibilisierung”.

Was ist der nächste Schritt?

Die Behandlung von Zungen- und Mundbrennen erfordert Detektivarbeit und einen ganzheitlichen Blick. Wir müssen weg von der Idee der “einen Wunderpille”.
In unserer Praxis analysieren wir:

  • Gibt es nächtliche Fehlbelastungen und Muskelverspannungen?
  • Wie hoch ist Ihre toxische Belastung durch alte, auswaschende Füllungsmaterialien?
  • Geben Sie die Hoffnung nicht auf. Der Schmerz hat eine Ursache.

Die harte Evidenz: Studien-Liste (Monomere, Zytotoxizität & BMS)

Du wirst keine Studie finden, die heißt “Composite verursacht BMS”. Du findest aber exzellente Grundlagenforschung zur Neurotoxizität und Zytotoxizität von Monomeren.

Zur Monomer-Toxizität (TEGDMA, HEMA, Bis-GMA)

  • Reichl, F. X., et al. (Zahlreiche Publikationen ab 2000, LMU München): Prof. Franz-Xaver Reichl ist einer der führenden Toxikologen im Dentalbereich. Seine Studien belegen detailliert die Elution von Monomeren und deren toxische Kinetik.
    Schlüsselstudie: Untersuchungen zur Depletion von intrazellulärem Glutathion durch TEGDMA und HEMA. Das ist der EBM-Beweis für den oxidativen Stress in der Mukosa.
  • Geurtsen, W. (1998): “Biocompatibility of resin-modified filling materials.” Critical Reviews in Oral Biology & Medicine.
    Inhalt: Der absolute Klassiker. Zeigt die Zytotoxizität von Bis-GMA und TEGDMA auf menschliche Gingiva-Fibroblasten.
  • Schweikl, H., et al. (2006): “Toxicity of dental resin monomers.” Journal of Dental Research.
    Inhalt: Untersucht die DNA-Schäden und die Aktivierung von Entzündungskaskaden durch unpolymerisierte Restmonomere.

Zu Bruxismus, Mikrotrauma & Zentraler Sensibilisierung (BMS)

  • Jääskeläinen, S. K. (2012): “Pathophysiology of primary burning mouth syndrome.” Clinical Neurophysiology. Inhalt: Einer der besten PNI-Neurologen auf dem Gebiet. Erklärt messerscharf, wie periphere Irritationen (wie durch Zungenpressen) zu einer zentralen neuropathischen Sensibilisierung führen.
  • Klassko, R. (Reflexionen zu Parafunktionen): Literatur rund um die “Scalloped Tongue” (Impressionszunge) als starken klinischen Prädiktor für Schlafapnoe und Schlaf-Bruxismus, welche wiederum den Sympathikotonus pushen und das Schmerzempfinden (Allodynie) triggern.

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