Denta Beauté - alle Kassen | 1190 Wien, Billrothstraße 29 | +43 1 369 66 25

Was tun bei schiefen Zähnen
Der Arzt spricht von Zahnfehlstellung. Die Position unserer Zähne ist nicht fix im Kiefer – unsere Zähne wandern. Wieso? Unser Körper mag nämlich keinen Druck! Sie kennen das, drücken Sie mit dem Daumen auf Ihre Haut, dann wird der Bereich weiß. Das liegt daran, dass Sie durch den Druck die Hautblutgefäße zusammen pressen – es kommt zur Blutleere in dem Gebiet, die Haut wird blass. Für kurze Zeit spielt das keine Rolle, denn sobald Sie los lassen wird die Haut wieder durchblutet. Lange Bettlägerigkeit führt über den gleichen Mechanismus zum absterben des Gewebes, wobei der Druck hier nicht durch den Daumen, sondern durch das eigene Körpergewicht erzeugt wird, der Mediziner spricht von Dekubita.
Druck ist also schlecht für unser Gewebe, nun hat der Körper die Zähne mit einem bindegewebigen Mechanismus „aufgehängt“, dem Desmodont. Das Desmodont besteht aus lauter kleinen Fasern, die zwischen Wurzel und Knochen aufgespannt sind. Durch das Desmodont wird Kaudruck in eine Zugbelastung umgewandelt. Wenn Sie also auf Ihre Zähne drücken, dann resultiert im Knochen ein Zug.

Zähne sind also nicht fix im Knochen verankert, sondern „beweglich“. Übt man nun einen Druck z.B. mit einer Zahnspange am Zahn aus, dann kann sich das Desmodont umbauen und es findet eine Zahnbewegung statt, darauf beruht das Prinzip der Zahnspange.

Unsere Zahnposition ergibt sich aus einem Gleichgewicht von Zungendruck und Wangendruck, denn auch unsere Zunge und Gesichtsmuskeln üben einen Druck auf die Zähne aus. So stehen die Zähne von Menschen mit großen Zungen meistens leicht aufgefächert, hingegen mit starker Kaumuskulatur häufig verschachtelt oder nach innen geneigt.

Während die Zähne zwischen dem 1. und 2. Lebensjahrzehnt dazu neigen zusammen zu rücken und einen Engstand zu bilden (tertiärer Engstand), der durch den Lippendruck und dem Druck der immer stärker werdenden Gesichtsmuskeln entsteht, verhalten sich die Zähne ab dem 5. Lebensjahrzehnt genau entgegengesetzt. Durch die immer schlaffer werdende Gesichtsmuskulatur, dem abnehmenden Gewebstonus und dem konstanten Zungendruck, wandern die Zähne eher auseinander. Der Lippendruck nimmt also ab, genauso wie der Tonus der Gesichtsmuskeln (vor allem der Backenmuskel) und die Zunge beherrscht den von innen auf die Zähne ausgelösten Druck. Hinzu kommt, dass durch eine natürliche oder auch krankhafte Zurückbildung des Zahnfleisches (Paradontitis) und der damit einhergehende Knochenschwund, die Zähne nicht mehr so fest im Kiefer stabilisiert sind. Dies alles führt letztendlich zu einer ganz langsamen schleichenden Auffächerung der Frontzähne. Die Zähne schieben sich nach vorne und dabei bilden sich Lücken. Je weiter der Prozess voran schreitet, desto schneller bewegen sich die Zähne, bis es schließlich dem Patient auffällt und dieser um Rat sucht.

Zahnfehlstellungen können somit erworben, oder aber auch angeboren sein. Typisches Symptom einer erworbenen Zahnfehlstellung ist die langsame Zahnverschiebung.

Von der natürlich bedingten Zahnverschiebung sollten krankhafte Prozesse des Knochen abgegrenzt werden. Jede Raumforderung im Knochenkann mit einer Zahnverschiebung und somit mit einer Zahnfehlstellung einhergehen. Mittels eines Röntgenbildes können solche Prozesse sehr leicht abgegrenzt werden.

Risikofaktoren für erworbene Zahnfehlstellungen sind

  • frühzeitiger Milchzahnverlust
  • Milchzahnkaries
  • Verletzung der Kieferknochen

Der Schutz der Milchzähne spielt in der Kieferorthopädie deshalb eine zentrale Rolle. Die Behandlung der Zahnfehlstellung erfolgt mit einer festsitzenden Zahnspange, oder mit einer abnehmbaren Zahnspange.

Für die Zahnspangen Therapie ergeben sich somit 2 Indikationen: Ästhetik und möglich resultierende gesundheitliche Schäden des Kauapparates. Kontraindikation für eine Zahnspange sind jegliche Infektionen im Mund wie z.B. eine Parodontitis, Karies, oder ein Pulpengangrän, zudem schlechte Mundhygiene. Risiken einer Zahnspange sind Entkalkungen am Zahnschmelz, Verfärbungen am Zahnschmelz, Zahnschmelzschäden, parodontale Schäden, Wurzelresorptionen und Zahnverlust.

Ist es egal welche Zahnspange ich für die Korrektur meines Fehlbisses bekomme?
Nein, denn jede Zahnspange hat ihre Vor- und Nachteile. Abnehmbare Zahnspangen machen nur Sinn während des frühen Wachstums, also im Kindesalter und da nur in sehr ausgewählten Fällen. Früher behandelte man fast jeden Fehlbiss mit abnehmbaren Zahnspangen, heute weiß man, dass trotz einer abnehmbaren Zahnspange im Kindesalter meistens eine Festsitzende folgen muss und so spart man sich immer häufiger die Abnehmbare zum Wohl der Kinder. Mit sogenannten Aligner lassen sich Zahnrotationen, vor allem der Eckzähne kaum bis gar nicht behandeln. Der Vorteil von Aligner ist aber, dass sie beinahe unsichtbar sind, genauso wie die Lingualtechnik. Die Lingualtechnik ist sehr aufwendig und wird von den Patienten als eher unangenehm empfunden.

Sind Zahnspange in jedem Alter möglich?
Prinzipiell ja, jedoch wird mit zunehmendem Alter die Bewegung der Zähne schwieriger. In jungen Jahren reichen oft abnehmbare Spangen. Der Körper ist noch im Wachstum und es reicht, wenn man dem Körper einen „Impuls“ in die „richtige“ Richtung gibt – eben z.B. mit einer abnehmbaren Zahnspange! Ist das Wachstum abgeschlossen, dann können Zähne weiterhin mit festsitzenden Zahnspangen in „Reih und Glied“ gebracht werden und das ein ganzes Leben lang. Ob das Ergebnis gehalten werden muss, also ob ein sogenannter Retainer angebracht werden muss hängt davon ab, ob eine optimale Verzahnung – sogenannte Klasse I – erreicht wurde oder nicht. Zudem kommt es auch auf Ihre Muskulatur, die Größe der Zunge und einer Vielzahl anderer Faktoren an, ob die Zähne nach erfolgter Therapie die Tendenz zur Rückwanderung haben werden.

Feste Zahnspange oder nicht?
Beim jungen Menschen kann aufgrund des Wachstums mit herausnehmbaren Zahnspangen gearbeitet werden. Für die Bewegung der Zähne reichen Impulse, die Spange muss nicht permanent getragen werden. Ist das Wachstum abgeschlossen, dann muss mit einer festsitzenden Zahnspange gearbeitet werden, denn die Kraft, die den Zahn zur Bewegung zwingt, sollte ständig auf den Zahn wirken.

Unsichtbare Zahnspange?
Unsichtbare Zahnspangen wie z.B. Aligner eignen sich ebenfalls zur Korrektur von Zahnfehlstellungen, Rotationen des Eckzahnes werden damit aber sehr schwer therapiert.

Zahnspange und küssen, ein Wiederspruch?
Küssen ist immer möglich, egal welche Zahnspange Sie tragen, es bedarf also keiner Zungenakrobatik! Auch essen und Lachen ist dank der modernen Spangen problemlos möglich.

Behandlungsdauer
In der Regel reichen 2 Jahre aus um die meisten Zahnfehlstellungen zu korrigieren, alles was mehr dauern würde – sollte in der Regel operiert werden. Bei diesen Operationen werden nicht die Zähne, sondern die Kiefer in die richtige Position zueinander gestellt.

Kann ein Tinnitus mit einer Spange therapiert werden?
Tinnitus (Ohrenpfeifen) kann durch eine Fehlstellung des Kiefers ausgelöst werden, eine Korrektur der Kieferstellung kann in solchen Fällen eine Linderung bewirken. Auch durch schlechte zahnärztliche Arbeiten kann der Biss und so die Lage der Kiefer verändert werden. Über die Jahre kann der Kauapparat soweit destabilisiert werden, dass der Kiefergelenkkopf verlagert wird. Wird beim Mundschließen der Kiefergelenkkopf weit nach hinten in Richtung Mittelohr geschoben, ist der Druck auf zwei dazwischenliegende Nerven enorm. Mittelohr und Kiefergelenk liegen ganz eng beieinander und sind nur durch eine dünne Knochenlamelle getrennt. Phantomgeräusche im Ohr, auch Tinnitus genannt, oder auch Schläfenkopfschmerzen können die Folge sein. Abhilfe schafft in solchen Fällen häufig eine hauchdünne Schiene aus glasklarem Kunststoff, mit der die Gelenkköpfe wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgebracht werden. Dazu trägt der Patient mindestens vier Wochen Tag und Nacht eine so genannte Pivotschiene im Oberkiefer, die zum Ausgleich des Fehlbisses hinten leicht erhöht ist. Beim Schließen des Mundes dreht sich nun der Unterkiefer um diesen künstlichen Aufbiss und zieht das Kiefergelenk nach unten. Die individuell angepasste Schiene wird regelmäßig neu justiert und abgeschliffen, bis der ideale Biss stabilisiert ist.

Hier finden Sie noch mehr Videos zum Thema Zahnspange: