Bitte komplett durchlesen. Es ist durch die Anatomie des Menschen NICHT möglich das die kopfgelenke sich gegenseitig NICHT beeinflussen! Das heißt Kiefergelenk verschiebt Atlas, Atlas Axis und umgekehrt.

Das obere Kopfgelenk ist zu etwa 50 % an der Beuge- und Streckbewegung der gesamten Halswirbelsäule beteiligt. Auf den Bereich des zweiten Kopfgelenkes entfallen ca. 55 % des gesamten Rotationsvermögens der Halswirbelsäule. Das dritte wichtige Kopfgelenk, welches ca. eine Daumenbreite höher als der Atlas liegt, ist das Kiefergelenk.

Stimmt der Biss nicht, so stimmt auch das räumliche Verhältnis der Zähne zueinander nicht, wenn die Kiefer geschlossen sind (Okklusion). Da die Zähne ihren optimalen Halt zueinander brauchen, stellt sich der Unterkiefer auf den Missstand ein. Daher bezeichnet man die Zähne auch als “Feineinstellung der Wirbelsäule”.

Der korrekte Stand von Atlas, Axis und Kiefergelenk ist wichtig für den richtigen Sitz des Kopfes auf der Wirbelsäule. Sind die Kopfgelenke in einer Dysbalance, muss der Rest der Wirbelsäule dieses Ungleichgewicht ausgleichen. Die Wirbelsäule verkrümmt sich, da der Körper versucht, die Augen-/Ohrachse in eine horizontale Achse zu bringen, da eine Orientierung sonst sehr schwer wäre.

Die Korrektur der Kopfgelenke bedarf einer speziellen Ausbildung und sehr viel Erfahrung.

Im Falle einer Atlasfehlstellung kommt es durch Druck auf die umgebenden Nerven und Gefäße sowie insbesondere durch einen Zug auf die Rückenmarkshaut (Dura mater) zu Fehlinformationen ans Gehirn, was zu entsprechenden lokalen Symptomen, aber auch zu Beschwerden in den angrenzenden Gebieten und dem Innervationsgebiet der betroffenen Nerven führen kann. Hierzu zählt im Falle des Kiefers neben dem Facialis- und dem Vagusnerv vor allem der Trigeminusnerv. Der Trigeminusnerv hat Ursprungskerne auf Höhe der oberen Halswirbelsäule (C1-C4), dem sogenannten Nucleus trigeminocervicalis. Über den Druck auf die Trigeminusnervenfasern bereits in der Halswirbelsäule und auch über reflektorische Regelkreise kommt es bei einer Atlasfehlstellung zur Überaktivität der Kaumuskulatur, die vom Trigeminusnerv versorgt wird. Folglich kommt es auch hier zu Verspannungen der Kaumuskulatur, zu Anpassungsreaktionen in Form von bindegewebigen bzw. faszialen Verdickungen dieser Muskulatur und zu Fehlstellungen des Unterkiefers, sodass Beschwerden in den Kiefergelenken begünstigt oder gar ausgelöst werden können.

Dies kann sogar sichtbar werden in Form von Asymmetrien der Schädelknochen, des Gesichts, der Augenhöhe bzw. -tiefe, der Höhe der Mundwinkel und der Dicke der Kaumuskulatur. Hörbar wird eine Kieferproblematik durch Knack- und Reibegeräusche im Kiefergelenk bei Kieferbewegungen. Das Knacken entsteht dabei durch den erhöhten Druck auf den Discus, einer scheibenartigen Struktur im Kiefergelenk, die den Druck im Kiefer besser verteilen soll. Ist ein Knacken hörbar, so liegt der Verdacht nahe, dass dieser Discus verlagert ist.

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