[B]Tüchtig schrubben bringt am meisten[/B]
Ganz im Gegenteil. Wer seine Zähne zu sehr schrubbt, der scheuert nach und nach den schützenden Schmelz herunter. Experten empfehlen daher, nur mit leichtem Druck zu putzen. Wenn Sie dafür ein Gefühl entwickeln wollen, proben Sie an einer Küchenwaage: Zeigt die zwischen 150 und 200 Gramm Belastung an, liegen Sie mit dem Druck auf die Zahnbürste im grünen Bereich.

[B]Täglich Fluor schützt zuverlässig[/B]
Stimmt nur bedingt. Tatsächlich härtet Fluor den Schmelz und schützt so vor Karies – so weit, so gut. Doch das Mineral kann die zähe bakterielle Plaque nicht durchdringen. Wer die Beläge nicht gründlich mit Bürste, Zahnseide & Co. entfernt, dem nutzen auch fluorhaltige Zahnpflegeprodukte wenig.

[B]Immer von rot nach weiß putzen[/B]
So lautete tatsächlich lange die Maxime. Inzwischen ist das überholt. Denn wer die Bürste stur vom Zahnfleisch zur Krone führt, kommt mit den Borsten nicht unter den Zahnfleischrand. Und genau dort setzen sich Bakterien besonders gern fest und fördern Zahnhalskaries und Parodontitis. Meist empfehlen Zahnärzte heute die so genannte Rütteltechnik. Dazu setzen Sie die Zahnbürste schräg genau am Zahnfleischrand an und bewegen sie mit leichten, rüttelnden Bewegungen. Oder Sie lassen die Arbeit ganz bequem von einer vibrierenden Elektrobürste erledigen. Wie man das am geschicktesten macht, erklärt Ihnen Ihr Zahnarzt.

[B]Nur Blut weist auf Zahnfleischprobleme[/B]
Zahnfleischbluten ist ein sicheres Indiz für Zahnfleischentzündungen und Parodontitis. Bei starken Rauchern kann das Alarmzeichen jedoch auch in fortgeschrittenen Stadien ausbleiben: Durch den Nikotinkonsum verengen sich die Blutgefäße derart, dass die minimale Blutung leicht übersehen wird. Auch wer auf Zahnseide oder Interdentalbürsten verzichtet, wähnt sich schnell zu früh auf der sicheren Seite. Meist beginnen die Entzündungen nämlich in den Zahnfleischtaschen, in die die Borsten nicht reichen. Die Folge: Der Entzündungsherd bleibt unangetastet, und während des Zähneputzens ist kein Blut zu sehen.

[B]Nach jeder Mahlzeit schleunigst putzen[/B]
Das stimmt nur bedingt. Säurehaltige Speisen oder Getränke erweichen kurzzeitig den Zahnschmelz. Wer dann losschrubbt, dem drohen Putzschäden. Besser, Sie warten eine halbe Stunde oder neutralisieren zuvor die Säure im Mund, z. B. mit einer Milchspülung.

[B]Kaugummikauen ersetzt das Zähneputzen[/B]
Ein Ersatz für eine gründliche Reinigung ist Kaugummi nicht. Allerdings regt eifriges Kauen die Speichelproduktion an. Nach einer Mahlzeit pendelt sich das Säuremilieu im Mund so schneller wieder auf dem optimalen Level ein, und Kariesbakterien haben weniger Chancen.
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Mundwasser schützt zuverlässig[/B]
Antibakterielle und flourhaltige Mundwasser sind eine gute Ergänzung zur Zahnpflege. Leider lassen sich Plaque-Beläge jedoch nicht einfach wegschwemmen. Wo die Zahnbürste nicht hinkommt, müssen Sie also zu Zahnseide und feinen Interdentalbürstchen greifen.

[B]Zucker zerfrisst die Zähne[/B]
So ganz richtig ist das nicht: Denn nicht der Zucker selbst greift die Zähne an, sondern die Bakterienkulturen, die auf und zwischen den Zähnen sitzen. Die unerwünschten Untermieter zersetzen allerdings mit Vorliebe Kohlenhydrate. Dabei entstehen säurehaltige Stoffwechselprodukte, die schließlich zu Karies führen können.

[B]Teetrinken ist schlecht für die Zähne[/B]
Ganz im Gegenteil: Schwarzer Tee kann zwar zu unschönen Verfärbungen führen, in dem aromatischen Getränk stecken aber äußerst zahnfreundliche Stoffe. Dazu gehören neben Fluor auch die so genannten Tannine. Diese Bitterstoffe hemmen das Enzym Amylase, das im Speichel vorhanden ist und Stärke zu kariesförderndem Zucker umwandelt.

[B]Äpfel reinigen[/B]
Äpfel sind zweifellos äußert gesunde Früchtchen. Als Zahnpflegeersatz sind sie aber denkbar ungeeignet: Apfelkauen kann zwar oberflächliche Beläge von den Zähnen holen, aber an die wirklich brisanten Stellen am Zahnfleischsaum und in den Zwischenräumen kommt man so nicht heran. Außerdem enthalten Äpfel Säuren, die den Schmelz angreifen. Der enthaltene Fruchtzucker ist zudem ein willkommenes Fressen für Kariesbakterien – und wo die sich laben, entstehen aggressive Säuren, die die Zähne schädigen.

Quelle:focus.de

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