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[b]Chinesische Schlankheitspillen erobern das Internet, doch ihre Risiken werden verharmlost[/b]

Um ihren Idealen aus Hollywood oder schlanken Models zu gleichen, greifen immer mehr Menschen zu Schlankheitspillen.

In Deutschland finden mittlerweile Schlankheitspillen reißenden Absatz, die als chinesische Kräuterkapseln vermarktet werden.

Die Pillen des asiatischen Herstellers LiDa werden hauptsächlich über das Internet vertrieben und gelangen auf dem Postweg zu den Kunden. Meist sind diese Päckchen als Geschenksendungen aus Fernost getarnt. Allein im laufenden Jahr beschlagnahmte der Frankfurter Zoll bereits mehr als eine Million Kapseln. Im vergangenen Jahr waren es nur 125.000 Pillen gewesen. Auch auf dem Münchner Flughafen tauchten die Schlankmacher in letzter Zeit im Privatgepäck einiger Asien-Touristen auf.

Das Gefährliche an diesen Kapseln: In der Regel werden sie ohne Beipackzettel geliefert. Auf der Verpackung werden sie zudem als harmlose Kräutertabletten ausgegeben, obwohl sie den synthetischen Wirkstoff Sibutramin enthalten. Dieser ist in Deutschland nur in dem Medikament Reductil zugelassen – und zwar maximal in einer Dosierung von 15 Milligramm pro Kapsel. Schon diese Tabletten sollten nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden. In dem LiDa-Präparat wiesen Experten des Landesuntersuchungsamts Rheinland-Pfalz dagegen 26,4 Milligramm Sibutramin nach.

„Dieser Trend zur Schlankheitspille ist absolut bedenklich“, sagt Hans Hauner, Ernährungsmediziner an der Technischen Universität München. Denn bereits bei der in Deutschland zugelassenen Sibutraminmenge träten immer wieder starke Nebenwirkungen auf. Jeder fünfte klage dann über Mundtrockenheit, Verstopfung, Nervosität oder auch Schlafstörungen und Herzrasen. „Man weiß noch viel zu wenig über Sibutramin, und es gibt bisher auch nur Erfahrungswerte bis zu einer Konzentration von 20 Milligramm“, sagt Hauner. Gewiss aber helfe das Präparat nicht dabei, dauerhaft abzunehmen.

Quelle:
sueddeutsche.de GmbH/Süddeutsche Zeitung GmbH

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