Sowohl die Qualität als auch die Quantität des vorhandenen Kieferknochens sind für eine erfolgreiche Implantation entscheidend. In vielen Fällen jedoch existiert zu wenig Knochenmasse für den optimalen Halt einer künstlichen Zahnwurzel bedingt durch Parodontitis, Unfälle oder andere Krankheiten.

Unter Onlayaugmentation versteht man eine spezielle Technik bei einer Knochenaufbauoperation, bei der es zu einer Erhöhung des Alveolarkammes kommt. Der fehlende Knochen wird als Onlayplastik ersetzt, d.h. der Knochenblock (dieser kann ein Spenderknochen oder aber auch eigener Knochen z.B. vom Kinn sein) wird auf die gewünschte Stelle geschraubt und somit der Niveau Unterschied zum restlichen Alveolarkamm ausgeglichen. Nach einigen Wochen ist der transplantierte Block eingeheilt und eine Implantatversorgung ist möglich.

Die Sinuslift Operation ist eine sogenannte Inlayplastik – also genau das Gegenteil, hier wird der Knochen nach Innen – in diesem Fall zwischen Eigenknochen und Kieferhöhlenschleimhaut eingebracht. Die Höhe des Alveolarkammes bleibt dabei unverändert. Mehr dazu auf [URL=”http://www.checkdent.com”]checkdent[/URL] unter Onlayplastik.

Humaner Knochen heilt am besten, synthetische Materialien am schlechtesten ein. Bei der Verwendung von humanem Knochen kann man auf gereinigten Spenderknochen zurückgreifen – oder aber man verwendet eigenen Knochen.

1987 wurde der Begriff “Tissue Engineering” von Professor Y.C. Fung erstmals bei der “National Science Foundation” Konferenz verwendet. Tissue Engineering ist die Herstellung (Fabrikation) menschengemachter Gewebe oder Organe, sogenannter Neoorgane, zur Schaffung von Körperersatzteilen.

In einem Bioreaktor, das ist das System, das die Lebensbedingungen für die Neoorgane im Labor herstellt, wird ein künstliches, abbaubares Gerüst (sogenannte Matrix) und gewünschten Formen mit Zellen besät. Die Zellen beginnen sich zu teilen und nisten sich auf der Matrix ein, dabei bilden die Zellen selber eine Matrix, die künstliche Matrix wird dabei abgebaut. Sobald das Neoorgan fertig ist, kann es entnommen und an den Menschen verpflanzt werden.

Das klappt sehr gut im Falle der Haut, sobald aber die Neoorgane größer, vor allem voluminöser werden ist die Züchtung und Verpflanzung eben nicht mehr möglich.

Ärzte beobachteten bei Gewebetransplantationen – nehmen wir z.B. Knochen, dass sobald der transplantierte Block eine gewisse Größe überschritt, der Körper nach einigen Monaten sehr viel vom transplantierten Knochenblock wieder resorbierte. Lange Zeit war nicht klar wieso, heute weiß man über diese Vorgänge sehr gut Bescheid – der Grund hierfür ist folgender: In dem transplantierten Knochenblock befinden sich ja ebenfalls Zellen – eben Knochenzellen. Solange der Knochen ganz ist, werden die Zellen sehr gut mit Nährstoffen von kleinen Gefäßen versorgt. In dem Moment, in dem der Knochenblock entnommen wird, werden die darin befindlichen Zellen aber von der Nährstoffzufuhr abgeschnitten.

Bei einem kleinen Block werden die Zellen bald nach der Transplantation aufgrund von Diffusion von der neuen Umgebung mit Nährstoffen versorgt. Durch Diffusion können also Zellen im inneren von kleinen Knochenblöcken überleben und zwar so lange, bis wieder neue Gefäße eingewachsen sind. Ist der Knochenblock aber zu groß, dann reicht die Diffusion nicht aus um die innersten Zellen im Knochenblock zu erreichen, zudem dauert es Tage bis neue Blutgefäße ins Innere des Knochenblockes einwachsen. Für die Zellen im Inneren des Blockes dauert dies zu lang – die Zellen sterben ab. Das absterben der Zellen ruft später wiederum eine Immunreaktion hervor, denn das Immunsystem baut tote Zellen ab, dabei kommt es aber auch zu einem Knochenabbau.

Deshalb werden im Spital größere Knochenblöcke mikrovaskulär transplantiert, das heißt der Knochen wird mit dem Muskel, der auf dem Knochen angewachsen ist und mit dem muskelversorgenden Gefäß entnommen – das Blutgefäß versorgt den Muskel und der Muskel den Knochen. Das entnommene Gefäß wird am transplantierten Ort an ein anderes Gefäß gekoppelt, somit wird die Nährstoffversorgung im Inneren des Knochenblocks sofort wieder hergestellt, es sterben nur wenige Zellen ab und der Knochenblock verliert kaum an Größe.

Die mikrovaskuläre Transplantation ist bei zahnärztlichen Operationen nicht notwendig, man kommt in der Regel mit kleinen Knochenblöcken aus. Heute versucht man aber immer wieder für viel Geld gereinigte Knochengerüste (synthetische, aber auch nicht synthetische) mit körpereigenen Zellen im Labor zu besiedeln. Dies soll die Einzelzeit verkürzen, aus dem vorher beschriebenen Grund macht dies aber keinen Sinn, denn in dem Moment, in dem der Knochen aus der „optimalen“ Brutkammer – also dem Reagenzglas entnommen und im Menschen eingesetzt wird, beginnt der Knochenblock wegen der mangelnden Nährstoffversorgung in der ersten paar Tagen nach der Transplantation „wegzuschmelzen“. Diese Methode ist zwar sehr interessant und klingt auch sehr gut, ist aber nur teuer und hat keinen Nutzen.

Ob eine Onlayplastik also erfolgreich ist, hängt von der Größe des Defektes und des verwendeten Materials ab – zudem kommen natürlich noch viele andere Faktoren wie Erfahrung des Operateurs, Patienten Compliance …

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