[B]Der warme Winter lässt bei Insektenexperten die Alarmglocken läuten: Insbesondere Zecken können gefährliche Krankheiten übertragen. Es gibt aber auch gute Nachrichten: Nicht alle Insekten haben vom milden Winter profitiert.[/B]

Der Frühling ist da und lädt zu Spaziergängen in der Natur ein. Das tut Körper und Seele auch gut, aber doch sollte man eine Gefahr im Auge behalten: Es wird in diesem Jahr mehr Zecken geben als sonst. Denn knackiger Frost tötet einen Großteil der Tiere. Auch der Umkehrschluss ist richtig, konnten Wissenschaftler des Nationalen Gesundheitsinstituts in Prag bestätigen: Je milder der Winter, umso öfter tritt FSME, eine spezielle Form der Hirnhautentzündung auf. Diese Infektion wird, wie die Borreliose, von Zecken übertragen.

Bei durchschnittlichen 4,3 Grad Celsius zwischen Dezember 2006 und Februar 2007 – ein Rekord seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1901 – haben die strengen Fröste weitgehend gefehlt, die sonst die Plagegeister dezimieren. [B]Wer also gern in der Natur spazieren geht, sollte überprüfen, ob er seine Impfung gegen FSME auffrischen muss.[/B] Gegen Borreliose gibt es indes keine Impfmöglichkeit. Und natürlich empfiehlt es sich, nach Spaziergängen durch Wiesen und Unterholz darauf zu achten, ob die Tiere vom Bodenbewuchs auf die Beine geklettert sind. Spezielle Zangen zum Entfernen gibt es in Apotheken.

Während Zecken von milden Wintern profitieren, ist bei vielen heimischen Stechmücken eher das Gegenteil der Fall. Ihre Eier halten Minusgrade oft gut aus, werden aber bei milden Temperaturen häufiger von Pilzen befallen und getötet, berichtet Eckhard Groll vom Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg. Auch kommen Fische und anderer Vertilger von Insekteneiern viel leichter an ihre Leibspeise, wenn wie dieses Jahr der Winter fast ausgefallen ist. Milde Winter dezimieren also die Stechmücken.

Auch Wespen könnten sich in milden Wintern häufiger mit Pilzen infizieren, vermutet Andreas Taeger vom Deutschen Entomologischen Institut. Wie viele Wespen im Spätsommer aber tatsächlich über den Pflaumenkuchen auf der Terrasse herfallen, weiß niemand so genau. Denn neben dem Winter beeinflusst auch das Frühjahr die Zahl der Insekten enorm. So kann ein später Kälteeinbruch die gerade aktiv gewordenen Wespenköniginnen dahinraffen. Oder viele Wochen mit kühlem Regenwetter lassen die Wespen verhungern, weil sie nicht genug Blüten finden. Viel Sonnenschein wiederum kann den Wespen einen gut gedeckten Speisetisch im Frühjahr besorgen, und die wenigen Überlebenden vermehren sich besonders gut. Genaueres weiß man daher erst zur Pflaumenkuchenzeit.

Quelle: Welt online

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