Sehr geehrter Herr Belsky,

Ich habe eine Frage wegen meines Bruders. Er ist 20 Jahre alt und hatte immer schon Probleme mit seinem Kiefer.

Im Alter von acht Jahren bekam er eine Zahnspange, die er auch immer getragen hat. Einige Zeit später kam auch eine “Kinnkappe” dazu, welche das Unterkiefer zurückdrückte, die er ebenfalls jede Nacht brav getragen hat! Danach hat er eine fixe Zahnspange bekommen, mit 15 Jahren wurde sie entfernt und dann hat er einige Zeit Invisalign getragen. Wir haben natürlich alle gehofft, dass seine Zähne/sein Kiefer nun endlich die gewünschte Form haben und laut Zahnarzt war es auch super. Dann hat es sich anscheinend explosionsartig verschlechtert und musste dann alle vier Weisheitszähne ziehen, da sie das Kieferwachstum negativ beeinflussen und außerdem zu einem Logopäden.
Die Diagnose ist nach wie vor: Mandibuläre Prognathie bzw. eben Progenie.

Nun wurde ihm gesagt, dass er einen “Gaumenspreizer” braucht, danach eine fixe Zahnspange und dann eine Operation, bei dem das Oberkiefer etwas nach vorne geschoben wird, und mit Schrauben befestigt, das Unterkiefer müsse anscheinend nicht unbedingt verändert bzw verkürzt werden.

Das ist natürlich eine sehr schwierige Operation mit Risiken, deren Regeneration natürlich langwierig ist – nicht gerade die beste Vorstellung für jemanden, der so jung ist, viel Sport macht – auch leistungsmäßig – und vor allem mitten in der Ausbildung ist!

Deshalb meine bzw unsere Frage, gibt es da noch andere Wege? Optisch hat er eigentlich keine Probleme, der Vorbiss fällt kaum auf. Er sagt zwar, dass er es ein bisschen beim Kauen und beim Atmen spürt, dass ihn etwas beeinträchtigt, aber diese Symptome sind verschwindend gering und stehen natürlich in keinem Verhältnis zu der Operation!

Ich denke mir, dass sich das Kiefer ja auch noch weiter verändern wird und wenn die Operation bereits jetzt gemacht wird – wird sich das Kiefer dann in den nächsten zehn Jahren nicht ohnehin weiter verändern? Und ist eine Operation vielleicht in 10-15 Jahren angebrachter und man könnte die Symptome bzw die Veränderungen momentan mit einer fixen Zahnspange oder sonstigen Gerätschaften “in Schacht halten”? Außerdem, wenn man es in seiner Kindheit/Jugend doch mit manuellen Kräften gut hinbekommen hat und es sich in 1 1/2 Jahren auf einem so verschlechtert hat, ginge es dann nicht eventuell wieder mit manuellen Kräften? Wahrscheinlich nicht so schnell, aber ausgewachsen ist das Kiefer beim Mann im Alter von 20 ja noch nicht, oder?

Haben Sie damit Erfahrung, oder sonstige Tipps für uns? Wir würden uns wirklich sehr über eine Antwort freuen!

Herzliche Grüße Katharina und Alexander

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