Lieber Herr DDr. Belsky,

ich habe vor 2 Jahren eine oberflächliche Kunststofffüllung im 45er bekommen. Nachdem ich eine lange Zahngeschichte mit dem 11er und dem 21er hatte, die ebenfalls mit demselben Kunststoff versorgt worden waren (wobei einer der beiden deshalb abgestorben ist), lies ich mir vorsichtshalber beim 45er ein Jahr später die Füllung gegen ein glasähnliches Material austauschen, dessen Bezeichnung mir entfallen ist. Das Material wird eigentlich als Provisorium benutzt, aber aufgrund seiner Beschaffenheit bietet es angeblich einen zusätzlichen Schutz gegen Karies an den Rändern und bessere Verträglichkeit bei Patienten, die problematisch auf Kunststoff reagieren.

Im gesamten Jahr danach hatte ich generell keine Probleme, nur hin und wieder, wenn ich falsch auf die Füllung drauf gebissen habe, hatte ich ordentlich Schmerzen. Probleme machte mir aber hauptsächlich der 46er, der immer “brannte”. Beim Nachfragen beim Zahnarzt wurde mir gesagt, dass das an schlechter Putztechnik liegen würde, bei der ich mir Zahnschmelz abgerieben hätte. Mir wurde dann was drauf geschmiert und seitdem gehts dem 46er besser.

Da ich in der Nacht extrem stark die Zähne aufeinander presse und knirsche, muss ich eine Kieferschiene tragen. Vor einigen Wochen habe ich meine Kieferschiene zerbissen und musste mir eine neue anfertigen lassen, weswegen ich für 1 Woche keinen Zahnschutz in der Nacht hatte. Als ich dann die Schiene bekam, war ich damit nicht allzu zufrieden, weil sie mir sehr schlecht angepasst worden war (die Zahnreihen auf der linken Seite berühren die Schiene nicht, weil sie auf der rechten Seite zu hoch ist), aus beruflichen Gründen konnte ich jedoch zwei weitere Wochen nicht zu einer erneuten Anpassung. Also hab ich 3 Wochen ohne Knirschschiene geschlafen und als ich dann mal versehentlich mit dem 25er beim Brot essen voll zugebissen habe, bin ich fast an die Decke gegangen, weil mir der Nerv so weh getan hatte.

Als ich eines Morgens gesehen hab, dass ich mir am Vorderzahn ein Stücken Zahn abgebissen hab, hab ich dann nach 3 Wochen die Schiene trotzdem getragen, obwohl sie so schlecht angepasst war. Nach der ersten Nacht taten mir sämtliche Zähne höllisch weh, aber ab der zweiten Nacht hatte ich keine Schmerzen mehr. Nach ca. 5 Nächten (gestern) bin ich mit starken Schmerzen zwischen dem 45er und dem 46er aufgewacht, die den ganzen Tag über nicht abgeklungen sind und sich bis runter in den Kieferknochen bemerkbar machen und auch das Zahnfleisch zwischen den beiden Zähnen ist geschwollen und rot. Inzwischen war der Schmerz auch klar im Zahnfleisch und unter dem 45er lokalisierbar, der 46er scheint nicht betroffen zu sein.

Ich ging sofor zu einem Zahnart, doch man kann absolut nichts sehen, weder auf dem Röntgen (Gesamtpanorama, sowie Einzelfotos des 45ers), noch bei der Untersuchung mit dem bloßen Auge, noch beim Klopf-, oder Kältetest. Das einzige, was man auf einem Einzelfoto des Zahns erkennen konnte, war eine Entzündung des Zahnfleisch, die man aber auch mit freiem Auge erkennen kann, und der Zahn sei – abgesehen von der Füllung – komplett gesund. Als man hörte, dass ich eine schlecht angepasste Kieferschiene trage in der Nacht (diese war bei einem anderen Zahnarzt angepasst worden), sah man in ihr den Übeltäter, man konnte das aber nicht sofort überprüfen, da ich die nicht dabei hatte. Heute soll ich sie rüber bringen, dann wird sie zurecht geschliffen.

Ich hab mir die gestern selbst etwas genauer angesehen und habe bemerkt, dass die Schiene eine Art deutliche und starke Erhebung genau dort aufweist, wo sie sich dann auf meinen 45er “setzt”, wenn ich den Mund schließe, also wirklich ausschließlich auf diesen Zahn, alle anderen Zähne werden nicht belastet, während der 45er alles abkriegt.

Ich hab dann die Schiene dort am Hügel etwas abgeschliffen, um zu verhindern, mir in der Nacht noch mehr Schaden zuzufügen und heute Morgen hatte ich das Gefühl, dass die Schmerzen etwas weniger geworden sind als gestern, und am Nachmittag wird dann die Kieferschiene besser abgeschliffen und dürfte mir dann heute Nacht keine Schmerzen mehr bereiten. Ich hoffe natürlich, dass die Entzündung in ein paar Tage weggeht!

Das Problem: Beim 21er damals war sich auch die ganze Welt sicher, dass es nicht der Zahn ist, der mir weh tut, sondern die Weisheitszähne, der Wachstum, eine HNO-Erkrankung, psychische Probleme etc etc, bis ich dann nach einigen schmerzhaften Wochen meinen Zahn nicht mehr berühren konnte und als er dann doch geöffnet worden war, war klar, dass der Nerv abgestorben war, und unter der Wurzel ein riesige Entzündung im Kiefer hervorgerufen hat. Ich will nicht, dass mir so etwas noch einmal passiert und wollte diesmal rechtzeitig handeln, aber ich möchte auch keine Wurzelbehandlung auf mein eigenes Risiko “anordnen”, wenn der Zahn angeblich gesund ist.

Aber ich bin jetzt trotzdem verunsichert… Was sagen Sie dazu? Kann sowas von einer schlecht geschliffenen Kieferschiene kommen? Oder sind das nur “Ausreden” der Zahnärzte (ich war gestern zwei verschiedene Meinungen einholen und beide waren der Meinung, es käme nicht vom Zahn)?

Herzlichen Dank!

Liebe Grüße

Senta

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