Lieber Herr Dr. Belsky,
vor 12 Tagen wurde mein rechter oberer teilretinierter Weisheitszahn gezogen, weil sich dort eine Zahnfleischtasche gebildet hatte und sich entzündete. Die Entfernung verlief überraschend schnell und einfach, nach ein paar Minuten war der Zahn in einem Stück draußen. Eine Woche später wurden die Fäden gezogen, dabei stellte sich jedoch heraus, dass sich der Blutpfropf aufgelöst hatte und die Wunde eitrig war (weshalb ich auch bis dato mehrere Schmerztabletten pro Tag schlucken musste). Es erfolgte deshalb eine Auffrischung der Wunde einschl. Einbringung eines Antibiotika-Streifens. Die ersten beiden Tage danach hatte ich unerträgliche Schmerzen, welche ich nur mit noch häufigerer Einnahme von Ibuprofen aushalten konnte. Nach 2 Tagen wurde wieder ein neuer Streifen eingelegt, einen Tag später ließen die Schmerzen dann endlich nach, vorgestern und gestern war ich dann nahezu schmerzfrei. Vorhin ging es jedoch plötzlich wieder mit leichten Schmerzen los …
Nun meine Fragen:
1. Ich soll erst morgen Abend, also nach über 4 Tagen, wieder zum Streifen-Wechsel hin – ist das nicht etwas zu spät, soll der Wechsel am Anfang nicht häufiger stattfinden? (Eigentlich sollte ich sogar erst Ende der Woche wiederkommen – als ich der Helferin sagte, dass ich im Internet gelesen habe, dass man am Anfang alle 2-3 Tage wechseln soll, meinte sie nur: “Im Internet steht viel Unsinniges …”). Kann es sein, dass solch ein Streifen länger als 3 Tage vor erneuter Infektion schützen kann?
2. Die Chirurgin wollte nicht, dass ich mit irgendwas spüle, auch nicht mit Chlorhexidin (damit ich den Blutpfropf nicht rausspüle) – gleichzeitig betonte sie mehrmals, ich solle putzen, putzen, putzen – auch den Wundbereich!
Als ich erwiderte, dass dann ja die Gefahr bestünde, dass ich den Streifen mit rausputze, meinte sie nur: “Na, dann weiß ich wenigstens, dass sie ausreichend geputzt haben!”
Wie sehen Sie das? Soll ich nun doch nicht lieber vorsichtig mit Chlorhexidin spülen? Und soll ich tatsächlich auch den Wundbereich mitputzen? Kann dann nicht dadurch auch der Blutpropf beschädigt werden? Bisher habe ich mich das jedenfalls nicht getraut, finde den Ratschlag auch ziemlich merkwürdig …

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Antwort!

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