Sehr geehrter Herr DDr. Belsky,
vorerst meine Glückwünsche zu Ihrem sehr interessanten Forum, in dem ich mich schon ein wenig eingelesen habe. Nun die laaaaange Vorgeschichte zu meinem heutigen „Implantat-sticht“-Problem:

Nachdem ich aufgrund meiner „Zahnarzt-Panik“ viele Jahre jegliche Behandlung hinausschob, entschloss ich mich im Herbst 2009 doch zu einer Gebiss-Sanierung, da ich es leid war, vor Scham nur mehr hinter vorgehaltener Hand zu sprechen. Zu diesem Zeitpunkt besaß ich im Wesentlichen oben und unten nur mehr unansehnliche Schneide- bzw. Eckzähne mit mehr oder weniger großen Löchern, vor allem im Oberkiefer. Die konsultierte Zahnärztin gab folgende Empfehlungen:

1. Rauchen aufhören, da sonst keine Implantate möglich wären.
2. UK: Sanierung der verbliebenen Frontzähne durch Überkronung sowie daran angehängt eine abnehmbare Geschiebe-Prothese als Zahnersatz für den hinteren Bereich.
3. OK: Entfernung der noch vorhandenen 7 Front- und Eckzähne, da sie bereits wackelten. Danach käme eine implantatgestützte Brücke auf 6 Implantaten. (Eine Überkronung würde sich hier nicht mehr auszahlen, da die Zähne ohnedies in 2 oder 3 Jahren ausfallen würden und die Kronen dann eine verlorene Investition wären).

Am 7.10.2009 genoss ich meine letzte Zigarette, seither bin ich rauchfrei. Ab November wurde das Unterkiefer saniert. Dies erfolgte zu meiner vollsten Zufriedenheit und gab es mit dieser Geschiebeprothese bisher keinerlei Probleme.

Anfang Feber 2010 wurde dann der 2. Schritt „Oberkiefer“ in Angriff genommen: Nach der Extraktion der 7 Wackel-Zähne erhielt ich als Provisorium eine Kunststoffprothese, mit der ich schon weniger Freude hatte (dauernder Brechreiz beim Tragen, öfters Druckstellen, etc.)

Am 25.6.2010 (mein 56. Geburtstag) erfolgte dann das Setzen der 6 Implantate im OK. Hiefür kam ein Implanteur in die Praxis meiner Zahnärztin, da sie selbst keine Implantate macht. Falls das wichtig sein sollte: Es wurde kein Knochenaufbau benötigt.
Vorerst gab es auch keinerlei Probleme. Die kamen erst 10 Tage später, nach dem Entfernen der Nähte, als ich wieder versuchte, das Provisorium zu tragen. Mein Zahnfleisch war derart schmerzempfindlich, dass ich die Kunststoffprothese nicht vertrug. Nach längerer Suche stieß ich im Internet auf Dinabase7, mit dem ich die Prothese 1x wöchentlich selbst weich unterfüttern konnte. Endlich konnte ich wieder normal essen, ohne zu leiden und die Passform war auch wieder optimal.

Am 5.11.2010 wurden die 6 Implantate freigelegt (wiederum vom Implanteur), die Verheilungsschrauben montiert und wieder zugenäht. Ab da war das Zahnfleisch so schmerzempfindlich, dass ich das gesamte OK mit der Zahnbürste für längere Zeit nicht mehr reinigen konnte, nur Mundspülung war erträglich.

Am 11.11.2010 passierte dann folgendes:
Die Zahnärztin schraubte etwas in die Implantate (es sah aus wie ein langer dünner Stift, vermutlich für den Abdruck oder für die Anprobe der Kronen?) Jedenfalls bekam sie diese Stifte bei 4 von 6 Implantaten nicht wieder heraus – sie saßen fest. Die Ärztin war ganz verzweifelt und erklärte mir, das wäre ein für sie auch ganz neues Implantatsystem, das sie selbst noch nicht kenne. Nach endlosen Versuchen, die Dinger wieder abzumontieren, gab sie spätabends auf und vereinbarte direkt beim Implanteur in dessen Ordination einen Termin für nächsten Morgen.

Inzwischen war mein ganzes OK von den vielen Injektionen und der Prozedur rebellisch und ich hatte das Gefühl, als ob mir die Implantate fast herausgerissen worden wären (die folgende schmerzvolle Nacht mit den 4 langen spitzen Dornen im Mund werde ich nie vergessen).
Am nächsten Morgen also gleich bibbernd vor Angst und Schmerz zum Implanteur, der die Stifte nach Verabreichung einiger Spritzen demontierte.
[B]Leider mussten auch gleich 3 Implantate wieder entfernt werden[/B] – die Begründung: sie waren locker bzw. nicht gut eingewachsen. Wieso wurde das eigentlich nicht schon beim Freilegen 6 Tage vorher festgestellt? Man tröstete mich aber damit, dass ich im Jänner gratis 3 neue Implantate bekommen würde…

Es verblieben also momentan 3 Implantate (1 links hinten und 2 rechts vorne), worauf mir die Zahnärztin als vorläufige Versorgung eine Prothese mit Druckknopfverankerung anfertigen ließ. Diese erhielt ich am 25.11.10, sodass ich wenigsten nicht zahnlos in den Weihnachtsurlaub fahren musste. Ich sollte ausprobieren, ob ich mit dieser Lösung leben kann – wenn nicht, könnte nach der Verheilung der entfernten Implantate immer noch die ursprünglich vorgesehene Variante auf 6 Implantaten gemacht werden.

In der Praxis erwies sich die Handhabung dieser Druckknopfprothese als äußerst schwierig und unangenehm: Die Druckknöpfe hielten so fest, dass die Prothese nur mit größter Kraftanstrengung zum Reinigen herunter zu bekommen war. Außerdem fühlte ich jedes Mal beim Entfernen oder Hineindrücken im linken Implantat einen kurzen stechenden Schmerz. Mehrfach geäußerte Bedenken, dass auch mit diesem Implantat etwas nicht stimmt, wurden nur mit Kopfschütteln kommentiert – laut Röntgen wäre alles bestens und unauffällig.

Trotzdem entschloss ich mich Ende Jänner, die mir zugesagten Garantie-Implantate setzen zu lassen. Auch dem Implanteur erzählte ich bei der Vorbesprechung am 17.2. von meinem Problem mit dem linken Implantat, das stechen würde. Er meinte, seiner Beurteilung nach wäre das Implantat festsitzend und am Röntgen nichts Ungewöhnliches zu sehen, aber er würde dann besser gleich 4 neue setzen und später, wenn diese eingeheilt wären, das eine entfernen, damit ich während der Einheilzeit noch die Druckknopfprothese auf den 3 verbliebenen verwenden kann.

Am 7.3.11 wurden vom Implanteur 4 neue Implante (aber ein anderes Implantat-System) gesetzt, am 17.3.11 von der Zahnärztin die Nähte entfernt und die Druckknopf-Prothese abgeschliffen wegen der Schwellungen.

Anfangs war noch alles schmerzfrei, doch bei der ersten richtigen Mahlzeit mit eingesetzter Prothese bemerkte ich, dass ich links nur mehr unter Schmerzen kauen konnte. Dies verschlechterte sich in den letzten Tagen immer mehr. Jegliche seitliche Bewegung des linken Implantat-Druckknopfes bzw. der eingesetzten Prothese verursacht nun starke stechende Schmerzen, ein Druck direkt von unten auf den Kugelkopf jedoch kaum! Wenn die Prothese heraus ist und ich nicht am Kugelkopf ankomme, tut auch nichts weh.

Jedenfalls ist ein Tragen der Prothese derzeit vollkommen unmöglich und ich bin wieder mal bei Grieskoch und Apfelmus angelangt. Nochwas ist mir aufgefallen: Die linke Wange fühlt sich subjektiv wärmer an und ständig habe ich nun Kopfschmerzen, aber kein Fieber. Außerdem beginnen beidseitig die Kiefergelenke vor den Ohren zu schmerzen.

Was soll ich nun tun? Meine Lust, monatelang ohne Gebiss oder aber mit Schmerzen herumlaufen zu müssen, bis die neu gesetzten Implantate eingewachsen sind, ist denkbar gering. Ausserdem zersticht dieser hintere Kugelkopf permanent meine Zunge seitlich.
Nun bin ich total verunsichert und habe mein langsam und mühsam aufgebautes Vertrauen in die Kunst der Zahnärzte wieder restlos verloren…
Gibt es gute Ratschläge/Empfehlungen für mich?

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